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Kriminalpsychologie studieren

 

Über Objektivität im Gerichtssaal

Eine Masterabsolventin der forensischen Psychologie der University of Western Sydney hat eine Studie durchgeführt, um Einsicht in die Gedanken von Jurymitgliedern bei Gerichtsverfahren zu erhalten und zu erkennen, wie kognitive Prozesse dabei zu Frei- oder Schuldsprüchen führen, welche Einstellungen die JurorInnen zu Gerechtigkeit haben, sowie den Einfluss schockierender Beweismittel auf ihre Urteilssprüche.

Zu ihren Ergebnissen kam sie durch ein simuliertes Gerichtsverfahren mit 128 TeilnehmerInnen, die als Mitglieder der Jury ausgewählt werden konnten. Die JurorInnen wurden interviewt und ihnen wurden reale Akten aus Mordfällen vorgelegt. Das Ergebnis der Studie war, dass vorgefasste Meinungen auf Seite der Juroren zu häufigeren Verurteilungen und zur Nichtbeachtung von Teilen des Beweismaterials führen, kritisches Denken in Zusammenhang mit einer Abkürzung des Prozesses und dem Umgehen der Prozessregeln steht, und dass, im Widerspruch zu früheren Forschungen, blutige Beweisfotos nicht zu Voreingenommenheit gegenüber dem Angeklagten führen.

Schlussfolgernd stellt die Forscherin fest, dass entgegen der allgemeinen Überzeugung, JurorInnen seien fähig und gewillt, alle Beweise zu berücksichtigen und zu einem objektiven Urteil zu kommen, dies nicht immer der Fall sei und gewisse vorgefasste Meinungen den Urteilsspruch persönlich färben können.